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Das Handwerk im Werra-Meißner-Kreis

Über die Entwicklung vom heimischen Handwerk und Gewerbe sind von der Gründung bis zum 30jährigen Krieg keine schriftlichen Aufzeichnungen vorhanden.

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In dem Buch „Geschichte der Stadt Eschwege“, erschienen 1993, haben Herbert Fritzsche und Rainer Nickel unter der Überschrift „Vom Bauerndorf zur Industriestadt“ allerlei Wissenswertes über diese Zeit zusammengetragen und schriftlich niedergelegt. Diese Arbeit bildet u. a. die Grundlage folgender Ausführungen über diese Zeit. Mit dem Bau der Stiftsgebäude in Eschwege um das Jahr 1.000 war sicher die Anwesenheit spezialisierter Handwerker nötig. Die bäuerliche Bevölkerung war da, zu der nach und nach in verstärktem Maße Handwerker kamen. Während zunächst die einzelnen Bauern die meisten Produkte und Güter, die von Ihnen vermarktet wurden, selbst erzeugten, spezialisierte man sich später auf die Produktion einer Anzahl von Gütern. Dadurch vollzog sich der Übergang zum Handwerk.

Zum Aufbau des Stiftsgebäudes wurden Maurer und Zimmererleute benötigt. Weitere Hilfskräfte wie Bäcker und Metzger waren für die Versorgung zuständig. Auf die Erzeugnisse der Werralandschaft waren die verschiedensten Gewerbe aufgebaut. So die Wollweber auf der Schafzucht, die Gerbereien auf der ausgedehnten Viehzucht und dem Reichtum an Eichenwäldern, welche die dafür benötigte Eichenrinde lieferten. Das kalkhaltige Wasser der Werra begünstigte die Sohllederherstellung, auf die man sich besonders spezialisiert hatte. Hinzu kam die Zigarrenherstellung, die ihren Tabak ebenfalls aus den Anbaugebieten des Werralandes erhielt. Zunächst war wohl die Wolltuchherstellung mit den erforderlichen Nebenberufen wie Walker oder Färber der wichtigste Gewerbezweig in der Stadt. So erhielten 1340 durch Landgraf Heinrich II die „Hausegerber“ (Kaufleute und Gewandschneider) ihren Gildebrief. Inzwischen war das Zunftwesen voll entwickelt. Die Zünfte dienten hauptsächlich „der bruderwirtschaftlichen oder genossenschaftlichen“ Zusammenarbeit und der Regelung des Miteinanders. Weiterhin erhielten Zunftbriefe:

 

1347 Wollweber
1446 Lohgerber, Schuhmacher, Leineweber
1449 Schneider
1455 Bäcker, Metzger
1462 Schmiede


In den folgenden Jahrhunderten bis zum Beginn des 30jährigen Krieges hat sich die Spezialisierung im Handwerk fortgesetzt. So sind folgende Berufe bekannt geworden.

Zimmermann, Barbier, Hutmacher, Schreiner, Töpfer, Besenbinder, Ziegeldecker, Wagner, Maurer, Böttcher, Sattler. Das städtische Bürgertum war auf eine breite Schicht der Handwerker gestützt und hatte mit dem Wohlstand auch ein besonderes Bewusstsein entwickelt. Der große Krieg hatte einen tiefen Einschnitt in diese insgesamt positive Entwicklung gebracht. Dank Bürgerfleiß mit Zähigkeit konnte der Schaden jedoch innerhalb nur einer Generation nahezu aufgefangen und ausgeglichen worden. In dieser Wiederaufbauphase nach dem eingekehrten Frieden spielten die traditionellen Gewerbe wieder ihre frühere Rolle. Sie wurden die Grundlage eines erneuten bescheidenen Wohlstandes im Werratal. In den folgenden zwei Jahrhunderten erlebte das Gewerbe Höhen und Tiefen. Im Wirtschaftsleben unseres heutigen Werra-Meißner-Kreises war und ist auch heute noch die Stellung des Handwerks eine bedeutende. Viele Bauwerke, insbesondere Fachwerkhäuser in Bad Sooden-Allendorf, Eschwege, Großalmerode, Hess. Lichtenau, Sontra, Waldkappel, Wanfried, Witzenhausen und anderen Gemeinden, sowie Denkmäler, Metall- und Holzarbeiten sind Zeugen des handwerklichen Könnens.

 

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Das Handwerk war jedoch nach wie vor mit der Landwirtschaft verbunden, da der überwiegende Teil der Handwerker neben ihren Betrieben eine eigene Landwirtschaft bewirtschaftete. Dieses bedeutete für sie Krisensicherheit. Ein Nachteil dagegen war die dadurch bedingte langsame Weiterentwicklung ihrer Betriebe. Diese Verbundenheit von Handwerk und Landwirtschaft hat sich überwiegend bis nach dem zweiten Weltkrieg erhalten und wurde erst in den letzten Jahrzehnten im Interesse einer Stärkung der handwerklichen Betriebe aufgegeben.

Der Landstrich rund um den Meißner, das so genannte Meißner-Vorland, hat auch in der Vergangenheit einen besonderen Stellenwert genossen. War das Meißnergebiet um Frankershausen sehr stark auf die Handelstätigkeit ausgerichtet, so hatte sich im Bereich von Großalmerode die Herstellung von Tonwaren in den Vordergrund geschoben.

Den Bürgern aus dem Gebiet Frankershausen sagte man eine gute Kaufmannseigenschaft zu. Die so genannten „Hainer“ verdienten ihr Geld mit dem Transport von Warengütern. Die Sole- und Salzerzeugung in Bad Sooden-Allendorf, unweit dieses Landstriches im Tal gelegen, war als gute Ware in allen Teilen Deutschlands begehrt. Nach erfolgter Geschäftsabwicklung war es ein Selbstverständnis, Waren aus dem Absatzgebiet in die Heimat zu transportieren. Der Wohlstand, dieser Fuhrleute, drückte sich vor allen in den Wohn- und Geschäftshäusern aus. Hervorragende Handwerksarbeiten sind auch heute noch zu bewundern.

Nicht nur die Bauhandwerker selbst mussten eine gute Arbeit abzuliefern, auch andere Gewerke hatten Qualität zu erbringen. Für den Transport benötigte man Wagen, Räder, Tuchbezüge und Lederzeug. Also waren die Wagner, Stellmacher, Tuchmacher, Leineweber, Gerber, Schuhmacher, Sattler, Peitschenmacher, Schmiede und Schlosser ebenso stark in die Wirtschaftsproduktion in der Vergangenheit eingebunden wie die eigentlichen Fuhrleute.

Die Landschaft von Großalmerode wurde in alten Aufzeichnungen als „rauhe Gegend mit kalter Witterung“ bezeichnet. Land- und Gartenbau nur von „mäßiger Beschaffenheit“ festzustellen waren. Dafür war die Umgegend besonders reichlich mit feuerfesten mehr oder weniger rauhen Ton versehen, welcher sehr häufig zu „Tabakpfeifen, Apothekerkruken, Steinkrügen, Knickern, Töpfen, Ziegeln und vorzüglich zu Schmelztiegeln von der besten Art“ verarbeitet wurde, durch welche letztere Fabrikate insbesondere aus Großalmerode schon vor über 200 Jahren weltberühmt geworden sind.

Neben der Tonerzeugnisherstellung waren auch die „Glasner“ ein bedeutendes Handwerk. Bedingt durch die großen Waldungen und den Tongruben rings um Großalmerode lag die Herstellung dieser Produkte nahe. Noch heute führt Großalmerode drei Schmelztiegel in seinem Stadt-Wappen.

Wie bei den „Hainern“ in Frankershausen waren auch hier „Geschirrhalter (Fuhrleute) nötig, um die berühmten Produkte auf die Märkte zu transportieren. Ebenso die anderen Handwerkerstände.

Der Übergang von der handwerklichen zur industriellen Fertigung war im 19. Jahrhundert durch das Inkrafttreten des preußischen Berggesetzes gegeben. Der bis dahin zersplittete Abbau und die dahinsichende Verwertung durch eine Vielzahl kleinster und kleiner egoistischer Betriebe ging im Jahr 1886 in die „Vereinte Großalmeroder Tonwerke AG“ über. Heute ist die Gesellschaft einer der leistungsstärksten Betriebe im Feuerfestgeschäft.

Während Töpfer, Ziegler, Krückenmacher, Salbenkrüker, Röhrenmacher und andere handwerkliche betriebene tonverarbeitende Betriebe die Zeit nicht überdauerten, hat sich die Fertigung von Graphitschmelztiegeln mit Erfolg durchgesetzt.

Nach diesem Abstecher in das Meißnergebiet zurück ins Werratal.

Hart traf 1945 die Teilung Deutschlands viele Handwerker in unserem Raum. Jahrhunderte alte Geschäftsverbindungen und Absatzmärkte im Thüringer Land und Eichsfeld waren plötzlich verloren gegangen. Nur unter großen Anstrengungen und Bemühungen konnten sich die Handwerksmeister einen neuen Kundenstamm und Absatzmarkt aufbauen. Einige Handwerker wanderten in Industriegebiete ab oder gaben ihre selbständige Tätigkeit auf. Daneben machten sich jedoch viele aus den ehemals deutschen Ostgebieten Vertriebene oder Flüchtlinge mit ihrem Handwerksberuf in den ehemaligen Kreisen Eschwege und Witzenhausen selbständig.

Durch die Ansiedlung neuer Industriebetriebe, verbunden mit dem Bau neuer Wohnungen für die in den Betrieben Beschäftigten, gab es Mitte der fünfziger Jahre einen enormen Aufschwung für das Bau- und Ausbaugewerbe. Erschließung neuer Baugebiete, Straßen- und Brückenbau, Wasserversorgung, verbunden mit dem Bau von Wasserbehältern, Pumpwerken und Versorgungsleitungen, Abwasserbeseitigung mit Bau von Klärwerken, Regenüberlaufbauwerken und den notwendigen Abwasserleitungen sind die hervorragenden Arbeiten auf dem Gebiet des Tiefbaues.

Der Neubau von Schulen, Turnhallen, Krankenhäusern, Bürgerhäusern, Kindergärten und sonstigen kommunalen Gebäuden gab auf dem Hochbausektor dem heimischen Handwerk genügend Aufträge. Hierzu gesellte sich der Bau von Einfamilienhäusern.

Seit Anfang der achtziger Jahre betätigte sich das Bau- und Baunebengewerbe auf dem Gebiet der Stadtsanierung und Dorferneuerung. Hierbei kamen insbesondere die alten handwerklichen Techniken wieder zum Einsatz. Dies waren beim Fachwerkbau besonders fachliche Zimmererarbeiten zum Ausbessern des vorhandenen Balkenwerkes bis hin zu Schnitzarbeiten. In diese denkmalpflegerischen Arbeiten sind auch die Tischler, Maler und Lackierer sowie die Verputzer eingebunden. Im Rahmen der energiesparenden Maßnahmen sind dem Baugewerbe neue Arbeitsgebiete im Rahmen der Maßnahmen der Wärmedämmung zugefallen.

Infolge rückläufiger Aufträge durch die öffentliche Hand und Industrie hatten die Betriebe des Bau- und Baunebengewerbes ihre Arbeitsgebiete auf die Räume Göttingen, Kassel, Bad Hersfeld und Rotenburg ausgedehnt. Daneben vertrieben einzelne Betriebe schlüsselfertige Ein- und Zweifamilienhäuser zum Festpreis und Festtermin in diesem vergrößerten Einzugsgebiet. Alles in allem kann man sagen, dass die Initiativen der Handwerksmeister allzeit unter Beachtung der neuesten Entwicklungen viele Arbeitsplätze in diesem Gewerbezweig erhalten haben und darüber hinaus wesentlich zur wirtschaftlichen Entwicklung unseres Werra-Meißner-Kreises beigetragen haben.

Das Metallgewerbe, dem bei uns Schmiede, Schlosser, Kraftfahrzeugmechaniker, Kraftfahrzeugelektriker, Landmaschinenmechaniker, Gas- und Wasserinstallateure, Zentralheizung- und Lüftungsbauer, Elektroinstallateure, Elektromaschinenbauer, Radio- und Fernsehtechniker angehören, ist die stärkste Gruppe des heimischen Handwerks.

Neue Rohstoffe, neue Erfahrungen und neue Industriezweige haben in dieser Gruppe des Handwerks andere Aufgaben gestellt. Viele industrielle Erzeugnisse werden durch die Leistung des Handwerks erst zu einem gebrauchsfertigen Wirtschaftsgut. Hierbei sind Einbau oder Montage sanitärer Einrichtungsgegenstände, der Heizungsanlagen und Erzeugnisse der Elektroindustrie zu erwähnen. Diese Aufgaben lassen laufend neue Bestätigungsmöglichkeiten für das Handwerk entstehen. Weitere wichtige Arbeitsgebiete sind Dienstleistungen und Reparaturen industrieller und handwerklicher Erzeugnisse sowie die Zulieferung von speziellen Einzelteilen für die Industrie. Mit individuellen Einzelstücken wie schmiedeeisernen Gittern, Geländer, Zäunen, Toren stellen die Schmiede und Schlosser heute ihre Leistungsfähigkeit unter Beweis. Eine wichtige Rolle spielt auch die Beziehung Handwerk - Landwirtschaft. Mit laufender Mechanisierung der landwirtschaftlichen Tätigkeiten finden vor allem die Landmaschinenmechaniker neue Arbeitsgebiete, während die Hufbeschlagschmiede eine Renaissance erleben.

Neben der rein handwerklichen Leistung spielt aber in dieser Handwerksgruppe der Handel eine bedeutende Rolle. In etwa teilt sich der Gesamtumsatz in 70 Prozent handwerkliche Leistungen und 30 Prozent Handwerkshandel auf.

Über 600 Jahre bestehen nun schon die Innungen der Fleischer und Bäcker. Sehr deutlich zeigen die Betriebe, dass man durch Produkte landschaftlicher Eigenart, wie etwa der „ahlen Wurscht“, bei höchster Qualität den Wettbewerb erfolgreich durchstehen kann. Übrigens unterwerfen sich die meisten Mitglieder der Fleischer- und der Bäcker-Innung sowie die Konditoren in regelmäßigen Abständen einer freiwilligen Qualitätskontrolle durch die Landesinnungsverbände, die unangemeldet und nach strengen Regeln durchgeführt wird. Auch die von der Deutschen Landwirtschaftlichen Gesellschaft verliehenen Qualitätsauszeichnungen sind für die beteiligten Handwerksbetriebe ein für alle sichtbarer Leistungsnachweis und natürlich auch eine wirksame Werbung. Bedingt durch die neuen EU-Regeln und den BSE-Vorkommnissen haben die heimischen Fleischerbetriebe die Material-Bezugsquellen der Öffentlichkeit vorgestellt. Der Einkauf findet überwiegend im regionalen Bereich statt. Zudem hat man eine Qualitätsgemeinschaft „Werra-Meißner - Fleisch“ in Zusammenarbeit mit den Landwirten und Gastronomen gegründet.

Individuelle Fertigung sowie die Herstellung von Gütern des gehobenen Bedarfs zeichnen Herren- und Damenschneider, Schuhmacher und Orthopädieschuhmacher, sowie die Raumgestalter aus.

Kundennahe Versorgung der Bevölkerung mit Dienstleistungen verschiedener Art garantieren die Augenoptiker, Bandagisten, Orthopädiemechaniker, Zahntechniker, Friseure und Gebäudereiniger, denen sich Glaser, Fotografen und Buchdrucker zugesellen.

Ein großer Teil der handwerklichen Leistung liegt beim holz- und kunststoffverarbeitenden Gewerbe bei der Deckung des gehobenen Bedarfs. Hierbei ist vor allem an die Herstellung einzelner Möbelstücke zu denken sowie an die Ausgestaltung einzelner Räume in Einfamilienhäusern und in repräsentativen Geschäftshäusern. Einzelne Betriebe haben sich darüber hinaus auf den Laden- bzw. sonstigen Einrichtungsbau sowie auf die Herstellung von Fenstern und Türen in Holz und Kunststoff spezialisiert.

Mit der Wiedervereinigung 1990 war die Grenzlage zum Osten beendet. Eine große Zahl der Handwerker nutzte nun die Lage in der Mitte Deutschlands zur Ausweitung ihrer Arbeits- und Absatzgebiete nach Osten durch Bildung von Filialen oder neuen Betrieben in Mühlhausen, Eisenach oder im Eichsfeld.

Der Strukturwandel, der sich im Handwerk vor allem durch die technische Entwicklung, aber auch durch die ständig steigenden Qualitätsanforderungen des Publikums und die sich laufend ändernden Lebensgewohnheiten vollzogen hat, ist für jedermann sichtbar. Alte Handwerksberufe, die über viele Jahrhunderte eine wichtige Rolle spielten, starben plötzlich aus. Andererseits hat sich das Handwerk stets der Ausbildung der Jugend angenommen. Die in den letzten Jahren trotz wirtschaftlich schwieriger Lage stabile Zahl der Auszubildenden im Handwerk zeigt in beeindruckender Weise, den Willen der Meister, auch in Zukunft mit und durch junge Menschen die jahrhundertealte Leistungskraft des Handwerks in unserem Werra-Meißner-Kreis weiterzuentwickeln.

Eine wesentliche Stützung dieser einzelnen Handwerksbetriebe wird durch die Organisationen des Handwerks erzielt. Die Tischler-Innung ist die erste Innung im Jahr der Entstehung des Werra-Meißner-Kreises gewesen, die eine Fusion vollzogen hat und die Deckungsgleichheit mit den neuen Kreisgrenzen herstellte. Eine starke Einheit wie sich herausstellte.

Andere Innungen unseres Kreisgebietes benötigten für den Zusammenschluss wesentlich länger Zeit.

Derzeit sind 11 Innungen in der Kreishandwerkerschaft Werra-Meißner vertreten.

Die Verbindungen der Betriebe und Organisationen nach der Grenzöffnung haben selbst heute, nach der Normalisierung, einen festen Bestand. So sind die Verbindungen nach Mühlhausen, Eisenach und dem Eichsfeld als zukunftsweisend einzustufen.

Das nordhessische Gebiet galt schon immer als nicht stark wirtschaftlich ausgeprägt. Deshalb hat das Handwerk, im Gegensatz zu den Ballungsgebieten, eine besondere Stellung im Wirtschaftsgefüge. Allerdings auch den Nachteil, dass die Preisgestaltung nicht sonderlich gefestigt ist.

Einen wesentlichen Nachteil, für unser Gebiet, stellt die verkehrliche Infrastruktur dar. Politisches Kompetenzgerangel und ideologische Verblendungen haben es bisher verhindert, dass der Werra-Meißner-Kreis aus seiner wirtschaftlich schwierigen Lage herauskommt. Den dringend benötigten Fernwegebau mit der A 44 wird Jahr für Jahr verzögert.

Gleichsam sind die Bahnverbindungen überdurchschnittlich reduziert worden. Die Nord-Süd Hauptverbindung, welche durch unseren Kreis führte, wurde durch den Bau der ICE-Strecke über Kassel, in eine untergeordnete Rangstellung verwiesen. Wasserstraßen- und Luftverkehr haben in der Neuzeit keine Rolle gespielt.

Bedingt durch die wirtschaftlichen Gegebenheiten haben sich die Handwerker aus benachbarten Kreisen zu Kooperationen und gemeinsames Handeln entschlossen.

Mitglieder der Tischler-Innung aus Hersfeld-Rotenburg und dem Werra-Meißner-Kreis gründeten schon frühzeitig den „Möbelkreis“. Eine Kooperation die auch heute noch bestand hat. Zwischenzeitlich wurde eine Zusammenarbeit mit dem Möbelkreis-Waldeck eingegangen.

Die Kreishandwerkerschaft Werra-Meißner arbeitet mit der Schwesterorganisation in Hersfeld-Rotenburg zusammen. Vorteile für das Handwerk und seine Betriebe erhofft man sich bei der Zusammenfassung von Aufgaben, wie Lehrlingswesen, überbetriebliche Ausbildung, Buchhaltung, Personalwesen, Einkauf und EDV.

Horst Hesse / Jürgen Germroth